Projekt "Kamerakran"

Am 10.12.97 erhielten wir von Siemens die Ausschreibungsunterlagen für den Medienwettbewerb "JoinMultimedia". Es sollte mit dem Siemens-Autorensystem eine CD-ROM hergestellt werden. Die Video AG hat sofort mit Begeisterung eine "Unterabteilung" als Multimedia-Team gebildet. Thema sollte eine Projektbeschreibung über den Bau unseres Kamerakrans sein, der von der Video-AG im Schuljahr 96/97 hergestellt wurde. Videoaufnahmen vom Bau hatten wir schon, das war aber auch alles. Zunächst wurde ein Drehbuchkonzept erstellt, die Software getestet, Grafiken eingescannt und bearbeitet, ein Lexikon erarbeitet, eine Soundbibliothek zusammengestellt und einige Szenen zusammengebastelt. Eine ganz schöne Arbeit für das Team. Daneben lief die normale Arbeit der Video-AG: der Film "peep" war im Entstehen. Beide Projekte haben sich natürlich gegenseitig gebremst. Im März 98 musste sich die Gruppe dann entscheiden: entweder das Multimediaprojekt bis Juni fertigstellen oder den Film bis Schuljahresende durchziehen! Die Entscheidung fiel für "peep".
Seither liegen die Fragmente vom "Kamerakran" auf der Festplatte. Heute habe ich mich nun endlich entschlossen, die "Unvollendete" dennoch auf CD zu brennen.
Danke an das Team von damals.
14.12.99 G.Böhm

Da die CD einen Umfang von immerhin 60,1 MB hat, können wir im Internet natürlich nur einen ganz bescheidenen Ausschnitt veröffentlichen.

Das Hauptmenü des Multimediaprojekts:

jmm01.jpg (18050 Byte)

Das Multimedia-Team:

jmm03.jpg (16450 Byte)

Der Kran im Profil:

jmm04.jpg (10163 Byte)

Die TÜV-Plakette für den Kran:

jmm02.jpg (5982 Byte)

Die Anfangsanimation des Projekts:
(mit 12MB leider zu groß zum Laden)

jmm05.jpg (16002 Byte)

Die Animation von Wakis zur Verdeutlichung der
Unterschiede von Zoom und echter Fahrt:

jmm06.jpg (5809 Byte)

Daniel Diehms Lexikon zum Kranprojekt

Beginnende Fahrt
Begleitende Fahrt
Begleitender Schwenk
Der Kameraschwenk
Die Kranfahrt
Fahraufnahme
Frau Holle
Gegengewicht
Jib-Arm
Kamerafahrt - Echte Fahrt
Kamerafahrt und Zoom

Kreisfahrt
Langsamer Schwenk
Parallele Begleitfahrt
Reißschwenk
Schneller Schwenk
Steadycam
Subjektive Fahrt
Subjektive Kamerafahrt
Überholende Fahrt
Zoom

Beginnende Fahrt: Die Kamera fährt erst los, wenn der Darsteller in einer gewissen Distanz zur Kamera ist, und hält dann immer den gleichen Abstand. >Top

Begleitende Fahrt: Der bewegte Darsteller wird von der ebenfalls bewegten Kamera begleitet. >Top

Der begleitende Schwenk begleitet, wie sollte es anders sein, sich bewegende Objekte. Dies können flanierende Passanten oder Fahrradfahrer sein, die man mit dem Camcorder verfolgen. Aber auch die Detailaufnahme einer tätigen Hand zählt zu den begleitenden Schwenkaufnahmen, die hier nicht unbedingt vertikal oder horizontal ausgeführt werden müssen. Man achte bei den begleitenden Schwenk auf die Bildgestaltung. Unmotivierte >Himmelschwenke<, in denen die Möwen kaum zu erkennen sind, sind schwerlich zu verwenden. Gerade bei begleitenden Schwenks muss man immer darauf achten, dass der Horizont in der Horizontalen bleibt. Wenn das mißachtet wird, entsteht beim Zuschauer der Eindruck, dass gleich >dass Wasser aus dem Meer läuft. >Top

Der Kameraschwenk von links nach rechts oder umgekehrt sowie der Abwärtsschwenk von oben nach untern und der Aufwärtsschwenk zählen zu den beliebtesten Kamerabewegungen, da sie einfach und überall zu realisieren sind. Aus der Hand, oder besser mit einem Stativ, ist ein Schwenk leichter zu gestalten als eine Kamerafahrt. Dich Schwenk ist nicht gleich Schwenk, vom langsamen bis zum Reißschwenk (siehe Langsamer- und Reißschwenk) dienen sie unterschiedlichen Gestaltungskriterien.
Ein Schwenk verschafft dem Betrachter Überblick oder leitet den Blick des Zuschauers, ähnlich wie die Schärfenverlagerung. Ein Schwenk kann auch bewegte Objekte >begleiten< oder >verfolgen<, durch den Wechsel verschiedener Objekte den Schnitt ersetzten und überleitend wirken.
Der harte Schnitt entspricht unseren Sehgewohnheiten viel eher als der Schwenk. Die einzige Ausnahme ist der begleitende Schwenk. Wenn man mit den Augen nicht direkt einer Bewegung folgen, suchen wir uns immer ein statisches Bild nach dem anderen. Die Passagen dazwischen nimmt unser Gehirn fast gar nicht wahr.
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Die Kranfahrt: Sie ist hilfreich bei der Einführung in einem neuen Schauplatz aus einem hinweisenden Detail heraus. Der umgekehrte Fall ist ebenso denkbar. Soll eine Szene abgeschlossen werden, fährt man aus einer Totalen langsam abwärts in einen Vordergrund mit Schlüsselfunktion zur folgenden Einstellung. >Top

Fahraufnahme: Wenn die Kamera während der Aufnahme ihren Standort ändert, handelt es sich um eine Fahraufnahme (siehe auch Kamerafahrt). Technisch kann die Fahraufnahme a) zu Fuß und aus freier Hand (starker Weitwinkel erforderlich ), b) vom Fahrzeug aus freier Hand, c) vom Fahrzeug mit Stativ und d) Mit einem KAMERAKRAN erfolgen. Man nennt auch die Fahrt in vertikaler Richtung KRAN. >Top

Frau Holle ist eigentlich immer bei unseren Videoproduktionen dabei. Sie schüttelt die Betten, holt Brötchen oder hält auch einmal einen Scheinwerfer. Aber Multimedia ist ihr zu fortschrittlich. >Top

Das Gegengewicht  hält den Kran in der Waage. Ohne Gegengewicht müsste der Operator das gesamte Gewicht des Auslegers bei Aufwärtsbewegungen in die Höhe stemmen und bei Abwärtsbewegungen bremsen. Unser Gegengewicht wiegt über 40 Kg und wurde aus Blei hergestellt, das wir in Kuchenformen gossen. Ausgangsmaterial war Auswuchtblei von Autorädern. >Top

Jib-Arm: Einfache und relativ leichte Kran-Konstruktion mit einem Ausleger. >Top

Kamerafahrt - Echte Fahrt: Ändert sich der Standort während der Aufnahme, spricht man von einer KAMERAFAHRT. Die KAMERAFAHRT ist ein Gestaltungselement, das aus dem professionellen Filmschaffen nicht mehr wegzudenken ist. Kaum ein Werbespot, kaum eine Filmsequenz oder Reportage ohne die bewegte Kamera. Der Grund: die KAMERAFAHRT ist die effektvollste Art, einen dreidimensionalen Raum auf einer zweidimensionalen Bildfläche darzustellen. Dabei ist es unerheblich ob die Fahrt in horizontaler oder vertikaler Ebene verläuft. Denn: allein durch die Verschiebung der Perspektive während der KAMERAFAHRT erscheint der dargestellte Schauplatz mit seinem Hauptmotiv so unvergleichlich plastisch und damit wirkungssteigernd. Und eben dieser hohe "Wirkungsgrad" rechtfertigt den hohen Aufwand in kommerziell genutzten Filmen. So ist das Verlegen von Laufschienen für den Kamerawagen (Dolly) an jedem Filmset längst so selbstverständlich geworden wie das Aufstellen von Scheinwerfern. Für beides gibt es im Profilager allerdings routinierte Spezialistenteams und geräumige Lastwagen für den Transport der vielen Einzelteile.  Für Videoamateure wirklich nicht einfach nachzuvollziehen.
Bei einer unechten Fahrt ändert sich nur der Abbildungsmaßstab - (siehe auch: Zoom). Er wird größer wenn die brennweite vergrößert wird und umgekehrt. Das Monitorbild bewegt sich auf den Betrachter scheinbar zu und weg. Es "fährt" das Bild aber nicht die Kamera. Mit der Brennweitenvergrößerung vergrößern sich die Einzelheiten in der Bildmitte, wobei die äußeren Bildpartien vom Bildschirm verschwinden. Die Szeneneinzelheiten bewegen sich nicht relativ zueinander; sie behalten ihre festen Zuordnungen. Die Kamera fährt nicht in die Raumtiefe hinein. Das Perspektivzentrum innerhalb des Zoom bleibt mit der Videokamera am Aufnahmeort stehen. 
Wakis hat für unser Multimediaprojekt zwei sehr schöne Animationen gemacht, um den Unterschied zwischen einem Zoom und einer echten Fahrt zu demonstrieren. Leider sind die beiden Beispiele mehrere MB groß, so dass wir leider auf eine Veröffentlichung verzichten müssen.
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Bei der Kreisfahrt umkreist die Kamera ihr Motiv. Sie löst es durch ihre permanent verändernde Ansicht besser vom Hintergrund ab als dies beispielsweise durch eine Reihe statischer Ansichten möglich wäre. Das soll aber nicht bedeuten, dass die Kamera immer einen geschlossenen Ring beschreiben muss. Ein Viertel- oder Halbkreis ist in den meisten Fällen ausreichend.
Einsatzmöglichkeiten der Kreisfahrt: eindringliche Portraitseinstellungen, Denkmäler, oder, wenn beschwingte Stimmung vermittelt werden soll. Neuerdings praktizieren avantgardistische Regisseure die Kreisfahrt gerne mit schräg verkanteter Kamera. Langsame Fahrgeschwindigkeiten sind bei der Kreisfahrt vorzuziehen
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 Ein einleitender langsamer Schwenk über eine wunderbare Landschaft vermittelt dem Betrachter einen Überblick. Diese Panoramaschwenks sollte man  allerdings nur zur Einleitung verwenden, da sie durch ihre Länge den sonst flüssigen Handlungsablauf unterbrechen oder abbremsen. Man denke bei den Schwenks bitte immer auch an das Ende und probiere vorher vielleicht einen Trockendurchlauf. Der Bildinhalt am Schwenkende sollte eine Bedeutung und Aussage haben, sonst wirkt der gesamte Schwenk einfach überflüssig. >Top

Bei der parallelen Begleitfahrt bestimmt das bewegte Objekt, oder der Akteur das Tempo der Kamera. Begleiten kann die Kamera fast jedes Motiv. Entscheidend für das Gelingen des Fahreffekts ist die gleichbleibende Distanz bzw. Geschwindigkeit von Motiv und Kamera. Und natürlich ein möglichst ruhiger Bildstand. Gegen verwackeln hilft das Steadycam und/oder eine ebene Fahrunterlage.  >Top

Reißschwenk: Wie der Begriff schon andeutet >reißen< wir die Kamera abrupt in die Bewegung. So schnell, daß die BIlder nicht mehr scharf erscheinen können. Mit diesem Stilmittel kann man außergewöhnliche Effekte erzielen. Beendet man eine Szene mit einem Reißschwenk und beginnt die zweite Einstellung ebenfalls mit einem Reißschwenk. Schneidet man anschließend das Ende des ersten und den Beginn des zweiten Reißschwenks heraus, so dass wirklich nur das unscharf >Reißen< übrigbleibt. Montiert man dann die beiden Szenen so zusammen, dass ein >mitreißender< Szenenübergang entsteht. Besonders bei unterschiedlichen Aufnahmeorten kommen  überraschende Wirkungen zum Tragen.  >Top

 Der schnelle Schwenk von einem zum anderen Objekt sollte begründet sein. Hierzu gibt es gute Beispiele, die aber meist dem inszenierten Videofilm vorbehalten sind: Der schnelle Schwenk von einer zur anderen Person kann Spannung oder Konfrontation suggerieren. Pistolenduelle in Western sind da ein Beispiel (siehe dazu den Draisfilm: Ganz in Drais ! ). Ein schneller Schwenk kann auch rhythmisch die Dramaturgie unterstützen. Beispielsweise der schnelle Schwenk von einem Diskjockey auf die Tanzfläche oder aus der Großaufnahme einer    Tänzerin auf einen interessierten Zuschauer hin. In Musikvideos finden sich zahlreiche Anwendungen für schnelle Schwenks>Top

Steadycam: Eine relativ neue Erfindung. Dabei handelt es sich um ein tragbares "Stativ", das mit Hilfe von ausgeklügelten Gelenken und Gewichten die Kamera "schweben" lässt und dadurch  einem Kameramann, der sich zu Fuß bewegt,  verwackelfreie Fahrten ermöglicht. Die Profiausführungen kosten zwischen 10000 und 100000 DM. Eine Amateurausführung für leichtere Camcorder (bis 2 Kg) ist für etwa 2000 DM zu haben.    >Top

 Subjektive Fahrt:  wenn bei einer Fahraufnahme die Augen eines bewegten Darstellers durch die Kamera ersetzt werden.  >Top

 Subjektive Kamerafahrt: Mit dieser Aufnahmetechnik stellt man das Geschehen aus dem Blickwinkel des Akteurs dar. Die Kamera "sieht" mit den Augen der Filmfigur. Oder - im Falle einer Reportage - mit den Augen des Berichterstatters. Ruhige Kameraführung ist bei der subjektiven Fahrt nicht so ganz wichtig. Denn: eine leichte, bewegungstypische Unruhe im Bild unterstreicht den Realitätsgrad der Szene. Im Idealfall nimmt die Kamera den Bewegungscharakter des imaginären Betrachters an. Dabei kann das Tempo nach Belieben gewählt werden. >Top

Überholende Fahrt: Die Kamera begleitet einen Darsteller, während dieser andere, langsamer gehende Darsteller überholt (oder umgekehrt).   >Top

Zoom: Objektiv mit stetig (stufenlos) verstellbarer Brennweite und ebenso gleitend veränderlichem Bildwinkel, meist motorische angetrieben, oft mit zwei verschiedenen Zoomgeschwindigkeiten, sinnvollerweise mit Beschleunigung und Verzögerung zu Beginn und am Ender der >Zoomfahrt<: eine >Fahrt< bei der die Videokamera am Aufnahmeort stehen bleibt, also eine >Pseudofahrt.  >Top

Bei der Produktion von Videofilmen wird man vermutlich oft und gerne das Zoomobjektiv benutzen. Zum einen bietet das Zoomobjektiv verschiedene Brennweiten an, zum anderen ermöglicht es >Zoomfahrten<, die den gesamten Brennweitenbereich durchfahren und Fahraufnahmen simulieren. Im Gegensatz zu >richtigen< Kamerafahrten vermittelt der Zoom allerdings ein ungewohntes und anderes Bild der Annäherung an ein Objekt. Eine >richtige< Fahrt erzeugt dagegen einen realistischen Eindruck. Beim Zoom verändert sich die Positionierung der Schatten in einer sehr unnatürlichen Art und Weise. Sie scheinen, ungeachtet der Sonne, um die Person herum zu wandern.
Aber auch Zoomfahrten auf oder von stehenden Objekten hinterlassen einen anderen Eindruck als echte Fahraufnahmen. Man hat nie das Gefühl der Annäherung, die Perspektive bleibt die gleiche, auch wenn das Objekt größer wird und die gesamte Bildfläche ausfüllt.   
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