Nachruf Peter Baumbusch

Sehr geehrte Trauergäste, liebe Familie Baumbusch,

„Gestorben wird auch an blauen Tagen, bei jedem Wetter. Auch an blauen Tagen bricht das Herz.“
Diese Zeilen von Peter Baumbuschs Lieblingsautorin Hilde Domin, deren Porträt über seinem Arbeitsplatz hing, hat die Drais-Realschule ihrer Traueranzeige vorangestellt. An einem blauen Tag ist Peter Baumbusch gestorben. Mitten in der Odenwälder Idylle seiner Heimat, mitten in seinem geliebten Garten. Mitten aus unserer gemeinsamen Welt ist er herausgerissen worden. Den Trauernden, die zurückgeblieben sind, ist schier das Herz gebrochen.

Unsere Schule war und ist in erster Linie sein Werk. Er verstand es, mit tiefer Menschlichkeit, mit einem warmen Herzen, mit unermüdlichem Einsatz und mit hoher Fachkompetenz ein Schulleben zu gestalten, um das wir von vielen anderen beneidet wurden und werden. Er gefiel sich nicht in der Chefpose. Mit scheinbar leichter Hand führte er, mit traumwandlerischer Sicherheit traf er Entscheidungen, bezog die Betroffenen ein und fand immer Akzeptanz und Vertrauen.
Wenn wir in diesen letzten traurigen Tagen mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern sprachen, spürten wir, wie tief sie beeindruckt waren von dem Lehrer, dem Schulleiter, dem Menschen Peter Baumbusch. Es gibt Menschen, die Leuchttürme sind für ihre Umgebung. Er war einer davon. Ein Charismatiker eben.

In den beiden Jahren seines so kurzen Ruhestands, der wahrlich keiner war, fand er doch ab und zu Zeit, kurz hereinzuschneien und uns und der Schule guten Tag zu sagen. Ein gutes Wort hatte er immer dabei, oft auch einen Korb Rote Bete oder frischen Sellerie. Dabei kokettierte er wie früher mit seiner einfachen Odenwälder Herkunft, kommentierte mit gehöriger Ironie diese oder jene Begebenheit in seiner Mutter Kirche und wusste vom allerneusten wieder einmal mehr als alle anderen. Bei diesen Kurzbesuchen, genauso wie bei den vielen privaten Einladungen in vergnügter oder auch diskussionsintensiver Runde geschah es immer wieder: er zog Menschen in seinen Bann. Sie spürten Wärme, Wohlwollen, Freundschaft.

Die ewige, nie beantwortete, aber immer aufs Neue gestellte Frage drängt sich auch uns auf: Warum musste ein solcher Mann mit 64 Jahren, an allen Ecken und Enden gebraucht, mit Plänen angefüllt, die erfrischenden und beiderseits befruchtenden Begegnungen mit seinem Patensohn Jonas genießend, warum musste ein solcher Mann so früh sterben? Verzehrte er sich zu sehr im Dienst für die anderen, war sein Lebenstempo einfach schneller und deshalb früher zu Ende, nahm er zu wenig Rücksicht auf sich selbst?

Wir bleiben die Antworten schuldig. Wir müssen uns in Trauer üben, klagen über den schrecklichen Verlust und dankbar sein, dass wir um ihn sein durften.

An Ihrem Leid, liebe Familie Baumbusch, nehmen wir großen Anteil. Es mag sie trösten, zu wissen, was für ein außergewöhnlicher Mensch Ihr Bruder, Schwager und Onkel war. Wir, die wir mit ihm gearbeitet, geplant, geflachst und gelacht haben, wir werden ihn nicht vergessen. So wie er im Garten gesät und dann die Früchte nach Karlsruhe getragen hat, so hat er auch in der Schule gesät und wir, seine Nachfolger, dürfen die Früchte ernten. Lieber Peter, wir danken dir von Herzen und wünschen dir, dass du nun dort sein kannst, wo dein tiefer Glaube das Ziel gesehen hat. 

R. Kappler

 

Für einen
ganz besonderen Menschen
zum Abschied

Wie oft hat er an uns gedacht,
wie gern hat er mit uns gelacht,
wie wertvoll war uns stets sein Rat,
wie vorbildlich war, was er tat.

Wie häufig war er für uns da,
wie menschlich er doch immer war,
wie sicher hat er uns geführt,
wie hat er unser Herz berührt.

Wie wurde er geschätzt, geliebt,
wie gut, dass es solch Menschen gibt,
wie unser Herz doch an ihm hing,
wie traurig, dass er von uns ging.

Heidi Brinkmann


Foto: Friedrich Bormann

Nachruf der Pfarrgemeinde St. Konrad